All Episodes

Noah Leidinger

Finanzmedien neu gedacht [DE]

#03 Noah Leidinger - Finanzmedien neu gedacht [DE]

· 00:49:38

Disclaimer! This episode is a special episode – it's in German - all of our future episodes will be in English.

In this episode, we sit down with Noah Leidinger, Managing Director of OMR X, bestselling author, and host of OHNE AKTIEN WIRD SCHWER, one of Germany’s most successful finance podcasts. We explore the world of finance, what it takes to make financial education engaging, and how young investors can navigate the markets effectively.

Noah shares insights from his experience producing over 1,000 finance episodes, along with his take on investment trends, VC investments, and the future of finance content.

Key Takeaways

  • From podcasting to running OMR X – Noah’s career journey
  • The biggest lessons from analyzing financial markets daily
  • Why financial education needs a new approach
  • Investment trends that will shape the next decade
  • How to build and scale finance content successfully
  • Noah’s perspective on startups, investing, and media innovation


Special Offer from our Partner: Get a €10 welcome bonus with Timeless Investments! Sign up here: ⁠timeless-investments.de/financepodcast⁠

About Timeless Investments: Timeless Investments is Europe’s leading platform for fractional investing in high-value assets like luxury watches, rare sneakers, and fine art – making alternative investments accessible to everyone.

Listen on Spotify Watch on YouTube

Key claims

  • “Ich glaube, da ist jetzt auch noch Chance, Dinge aufzubauen, aber ich glaube, in 10, 20 Jahren wird's extrem schwer, noch mal so eine neue Medienmarke hochzuheben, weil Leute dich eben sofort als KI abstempeln”

    Noah Leidinger · 00:10:33 · AI and media brands
  • “Und das wundert mich auch, weil Finanzanbieter selber, die wirklich dann die Infrastruktur zur Verfügung stellen, die werden richtig hart reguliert und durchgeprüft”

    Noah Leidinger · 00:16:35 · Regulating finance content
  • “Also bei Marketing-Software z.B., wenn es dann heißt, okay, OMR investiert, dann ist das einfach eine sehr starke Markenwirkung, die man dann kriegt”

    Noah Leidinger · 00:07:32 · OMRx brand signal
  • “Weil als junger Mensch hast du meistens über dein Gehalt einen viel größeren Hebel als über dein Vermögen.”

    Noah Leidinger · 00:28:36 · Career over portfolio
  • “Aktienanalyse ist echt so ein bisschen Handwerk. Also es gibt natürlich wissenschaftliche Herangehensweisen, und du kannst Discounted-Cashflow-Modelle rechnen und dir ganz viele Dinge angucken, aber am Ende musst du auch auf die Dauer so ein Bauchgefühl entwickeln.”

    Noah Leidinger · 00:39:07 · Stock analysis as craft

Transcript

This transcript was generated automatically (YouTube auto-captions) and then edited for readability: names and obvious mis-hearings corrected, filler words removed, speaker labels added where the speaker is clear. Passages that could not be understood are marked [unclear]; short omitted passages are marked [...]. Timestamps are approximate. The recording is the authoritative version.

Host 00:00:02

Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Campus To Capital. Wir sind wieder hier, Julius und Konstantin, wie gewohnt, und heute sind wir sehr netterweise nach Hamburg eingeladen worden von unserem heutigen Gast, Noah Leidinger. Noah leitet einen der größten deutschsprachigen Aktienpodcasts namens "Ohne Aktien wird's schwer" und hat auch ein gleichnamiges Buch herausgebracht, mit dem er zum Bestseller-Autor geworden ist. Herzlich willkommen, Noah.

Noah Leidinger

Vielen Dank für die Einladung. Danke fürs Vorbeikommen.

Host

Hab sogar Geschenke mitgebracht, muss man sagen. Jetzt auch ein Novum, gibt's sehr selten. Also von daher vielen Dank schon mal.

Noah Leidinger

Ich freue mich drauf.

Host

Ja, und um direkt anzufangen: Für die Leute, die dich jetzt vielleicht nicht kennen, vielleicht willst du kurz einfach durch deinen Lebenslauf führen und vielleicht auch ansprechen, wie du zu OMR gekommen bist und auch wie man auf das Thema Aktien und Börse gestoßen ist.

Noah Leidinger

Ja, sehr gern. Also ich bin relativ früh auf das Thema gestoßen. Ich habe so mit 13 meine erste Aktie gekauft, und meine Eltern haben eigentlich mit dem Thema gar nichts zu tun, haben bis heute beide keine Aktien. Und ich bin damals tatsächlich über YouTube auf das Thema gestoßen. Ich habe so Fitness-YouTuber geguckt, so Fitness-Influencer, und dann haben manche von denen angefangen, auch so bisschen shady Business-Content zu machen, also auch so Multilevel-Marketing-Zeug und sowas. Ich hatte immer das Glück, dass ich dafür zu jung war und gar nicht mitmachen konnte. Und dann gab's glücklicherweise auch einige, die sich mit Börse beschäftigt haben, so bisschen die Basics erklärt haben, und dann bin ich da so reingerutscht, und es hat mich irgendwie relativ schnell fasziniert, vor allem so diese Einblicke zu kriegen in echte Firmen, dass man plötzlich sehen kann, okay,

00:01:32

wie viel Geld verdient irgendein CEO bei einer großen Firma. Es war dann so, dass in der Parallelklasse eine Schülerin war, und ihr Vater war Vorstand bei einer großen börsennotierten Firma in Österreich, und da konnte ich plötzlich einsehen, wie viel der da verdient, dass der irgendwie 1,5 Millionen verdient. Und dann bin ich in der Schule rumgelaufen und hab es allen erzählt. Und das waren so die ersten Sachen, die mich da so fasziniert haben. Dann habe ich auch, an der NYU Stern gibt's da so einen legendären Valuation-Professor, der alles hochlädt, dann habe ich mir die ganze Zeit seine Vorlesungen reingezogen und bin so immer tiefer in das Thema reingerutscht. Und dann habe ich relativ früh auch angefangen, dass ich diesen YouTubern, denen ich gefolgt bin, dass ich die anschreibe und so meine: Ich kann kostenlos für euch arbeiten, ich kann irgendwie Recherche machen, Artikel schreiben, was auch immer ihr wollt. Die meisten haben nicht reagiert, aber ein, zwei haben dann reagiert, und so bin ich dann so bisschen in diese Szene reingekommen, habe dann auch bisschen Geld gekriegt von denen für Recherchearbeiten, hab dann irgendwann eigene Aktienanalysen veröffentlicht, in Facebook-Gruppen damals noch und auf einer eigenen Website dann. Und so bin ich dann nach und nach immer weiter reingerutscht, und irgendwann gab's dann die Jobausschreibung von OMR für den Aktienpodcast, und dann habe ich mich relativ spontan da eigentlich beworben, dass man damals als Redakteur so bisschen reinschnuppern kann. Dann haben die mich auch, zwei Wochen später Call mit Philipp, der meinte, komm nach Hamburg, testen wir das mal. Und so kam es dann, dass ich den auch paar Monate später übernommen hab, den Podcast.

Host

Wow. Ja, cool. Ja, auf jeden Fall, das ist ja jetzt, würde ich sagen, so ein bisschen der unkonventionellere Karriereweg, weil, also unserer Recherche nach hast du auch, glaube ich, ein ganz gutes Abi gemacht. Da standen zum Studium wahrscheinlich alle Türen offen. Wie kommt's, dass

00:03:02

du dann gesagt hast, okay, ich fange jetzt einfach direkt an, hier zu arbeiten und in Anführungszeichen zu machen?

Noah Leidinger

Es war so eine bisschen Bauchgefühlsentscheidung auf jeden Fall. Es hat eigentlich schon ein Schritt früher angefangen. Ich komme aus Österreich, und da muss man noch Zivildienst machen oder zum Militär gehen, und ich hatte auf beides wirklich nur begrenzt Lust. Und dann habe ich irgendwann erfahren, dass man den Zivildienst drei Monate länger auch im Ausland machen kann, und dann hatte ich mega Lust darauf, das zu machen, und bin dann, obwohl Corona war, nach Bulgarien gegangen und habe dann voll gemerkt: Okay, das war eine richtig gute Entscheidung, irgendwie aus dem Bauchgefühl, das hat sich richtig angefühlt. Das war bisschen unkonventioneller, und dadurch hatte ich dann so eine gewisse Offenheit, erstens fürs Auswandern und zweitens auch für mal sowas einfach ausprobieren. Und ich dachte dann, ich kann jetzt nicht viel verlieren. Wenn mir es nicht gefällt, gehe ich nach drei Monaten und kann immer noch studieren gehen. Und so kam dann diese Entscheidung. Eigentlich hatte ich das Gefühl, ich habe relativ wenig zu verlieren, und dann war es immer so, dass sich so viel weiterentwickelt hat und so viel dazu ergeben hat, dass es für mich immer so spannend geblieben ist, dass es eigentlich immer so die bessere Wahl war, als was ich jetzt irgendwie im Studium wahrscheinlich gekriegt hätte. Und so kam dann die Entscheidung, aber eigentlich so bisschen aus dem Bauchgefühl echt raus.

Host

Okay. Wenn du studiert hättest, was hättest du gemacht?

Noah Leidinger

Ich wollte eigentlich Physik und Wirtschaft studieren. Damals war Elon Musk auch noch bisschen unumstrittener und auch noch nicht so bekannt, und der hat immer gesagt, irgendwie, wenn du Wirtschaft studierst, musst du noch Physik dazu studieren, und dass diese Combo eigentlich sehr wenige Leute haben, so ein Wirtschaftsverständnis und Physikverständnis. Und das hat mir sehr eingeleuchtet. Die beiden Sachen wollte ich eigentlich studieren, und das wäre auch was, was ich mir immer noch vorstellen könnte, mit 70, wenn man sagt, okay, man ist nicht mehr so ambitioniert, dass man noch mal zurück an die Uni geht zu

00:04:32

jungen Leuten und noch mal so Physik studiert oder so. Das würde mich immer noch reizen. Aber es war dann am Ende so, dass irgendwie hier sich immer mehr Dinge entwickelt haben, dass ein Studium dann nicht mehr so sinnvoll war. Und eigentlich ist ja ein Studium auch gerade im Wirtschaftsbereich oft so, dass man einmal den Einstieg findet in der Firma und einmal reinkommt, und bei den meisten Firmen ist es ja auch noch so, dass man ohne Studium jetzt schwer Zugang findet, gerade in ein bisschen höhere Positionen. Und da ich da über Glück einfach diesen Zugang schon bekommen habe, hat sich das so ergeben.

Host

Alles klar. Jetzt bist du ja neben deiner Tätigkeit bei OMR auch noch beim Startup-Vertical von OMR, OMRx. Kannst du vielleicht kurz erklären, was ihr da macht, vielleicht auch, wie euer Portfolio aussieht?

Noah Leidinger

Ja, genau. Also ursprünglich entstanden ist das: Ich bin damals für den Aktienpodcast gekommen, und gleichzeitig ist auch noch ein Kollege aus Berlin gekommen, Flo Adomit [unclear], der mittlerweile was Eigenes gegründet hat, im M&A-Bereich tatsächlich. Und dann haben wir erstmal den Aktienpodcast gemacht, und dann war es aber schon so, dass Philipp damals, also der Gründer von OMR, immer wieder so Pitchdecks bekommen hat von Startups, die meinten: Willst du nicht bei uns investieren, und das wäre doch was. Und dann hat er uns das irgendwann weitergeleitet, meinte: Könnt ihr einfach irgendwie nett absagen oder mal kurz anschauen, ob es vielleicht doch was ist. Und dann haben wir gesehen, dass der Dealflow relativ gut ist, also dass doch echt gute Startups kommen, zu denen nicht jeder Zugang hat und in die nicht jeder investieren kann, und wir da teilweise mit dem Netzwerk von OMR auch wirklich einen Beitrag leisten können. Und dann haben wir entschieden, das bisschen strategischer aufzubauen und im Grunde so ein bisschen Business-Angel-Portfolio aufzubauen. Das heißt, wir investieren in Bereiche, wo wir das Gefühl haben, das verstehen wir gut, und da können wir Beitrag leisten, und dann beteiligen wir uns da im kleinen

00:06:02

Rahmen an Startups. Dann sind es mittlerweile so 20 Firmen im Portfolio und eigentlich so zwei Bereiche. Einmal so diese klassischen Early-Stage-Software-Themen, also irgendeine Marketing-Software, Appinio z.B., Klar ist so eine D2C-Analytics-Plattform, fraud0, wo man erkennen kann, wie viel fehlerhaften oder Bot-Traffic du auf deine Werbeanzeigen kriegst, solche Themen. Und dann hat sich eher so opportunistisch entwickelt, dass wir relativ guten Zugang zu D2C-Deals bekommen haben, also zu so Firmen wie KoRo oder wie HOLY Energy, die schon bisschen weiter waren, also die waren auch schon höher bewertet, aber wo aus einer Börsensicht relativ gut absehbar war: Die wachsen enorm stark, die Bewertung ist irgendwie okay, und das ist ein extrem profitables Geschäft. Und dann haben wir da auch so ein Portfolio aufgebaut. Das sind jetzt KoRo z.B., eben HOLY Energy und die quality Group [unclear], wo wir da beteiligt sind. Und das sind so die zwei Bereiche: einmal Early-Stage-Startups und einmal bisschen so Later-Stage-D2C-Themen.

Konstantin Girst

Okay. KoRo, hatten wir vorhin auch kurz geredet gehabt, weil Julius' Freundin Julius Haselnusscreme von KoRo nach Kopenhagen mitbringen wollte, die aber wegen dem zu hohen Flüssigkeitsanteil dann leider nicht mitnehmen durfte und somit einen Flughafenmitarbeiter damit beschenkt hat. Wie ist denn das, weil, ich meine, natürlich im deutschen M&A- oder jetzt Private-Equity-Bereich ist es ja eigentlich hauptsächlich eher Small- und Midcap, und ich nehme mal an, dass das wahrscheinlich auch für euch jetzt am interessantesten ist. Aber seid ihr da nur rein jetzt mit nationalen Firmen aufgestellt, oder wird auch im ausländischen Markt investiert?

Noah Leidinger

Nee, das sind eigentlich nur nationale

00:07:32

Firmen, auch eher echt so aus dem Ökosystem, wo man die Leute kennt. Und es ist ja immer noch so früh, [unclear] die Gründer noch eine große Rolle spielen. Also auch [unclear] so KoRo [unclear] dann schon relevante Umsätze gemacht, aber das sind immer noch so Cases, wo man sagt, wenn man das jetzt nicht sehr gut weiterführt, es ist jetzt keine Marke, die von sich, jetzt kein Coca-Cola, das sich von sich irgendwie weiterentwickelt. Und deshalb muss man da schon den Markt gut verstehen, die Dynamiken gut verstehen. Aber es ist natürlich mittlerweile so, dass so ein HOLY Energy z.B. sehr stark expandiert, ein KoRo geht nach Frankreich, expandiert da stark. Das heißt, die guten Sachen gehen dann eigentlich international raus. Aber jetzt im US-Ökosystem, da kennt niemand OMR, da können wir nicht so viel Beitrag leisten. Das würde gar nicht so viel bringen, da hätten wir nicht so einen Edge, wie wir es jetzt hier im deutschen Ökosystem haben.

Host

Ja, das heißt, die Zusammenarbeit geht dann übers Funding heraus, weil ihr dann praktisch irgendwie die Marketingstrukturen oder so providet, oder?

Noah Leidinger

Genau, also so tief gehen wir nicht rein. Was für viele tatsächlich schon mal der erste Faktor ist, dass es so bisschen Signaling ist. Also bei Marketing-Software z.B., wenn es dann heißt, okay, OMR investiert, dann ist das einfach eine sehr starke Markenwirkung, die man dann kriegt, dass man sogar Geld reinsteckt. Das ist ja so ein sehr hartes Signal für den Markt auch. Und dann natürlich so Netzwerkthemen, dass man, [unclear], ob wir nicht den und den kennen oder ob er zu dem und dem Event von uns kann und so. Das sind dann eher so diese bisschen nicht so ganz tangiblen Effekte, die wir mitbringen, wo wir, glaube ich, den meisten Mehrwert leisten. Und es ist auch so, dass wir jetzt nicht so große Summen investieren. Das heißt, wir sind jetzt nicht ein Lead-Investor, der da wirklich strategisch mit reingeht und dann ja auch die Exit-Strategie und so mitstrickt. So tief sind wir nicht drin, sondern wir helfen eher so hier und da, und dann ist es für beide Seiten ein ganz gutes Paket.

Host 00:09:03

Ja, beim Thema Marketing, ich meine, ist ja super, ich meine, wenn wir hier schon bei OMR sind. Und in meinen Augen ist ja Influencer-Marketing super relevant für Firmen, einfach weil du super gut deine Target Audience erreichen kannst. Und ich habe vor ein paar Wochen gelesen, dass Goldman Sachs den Wert dieser Influencer-Industrie auf 500 Milliarden Dollar schätzt, schon in weniger als 3 Jahren, in 2027. Und ich finde, jetzt vor allem aus der Perspektive raus: Wie siehst du denn den Bereich von diesen digitalen Medien, und glaubst du, dass sich da irgendwie noch mal stark was verändert in dieser Content-Creating-Industrie, dass da vielleicht irgendwie ein neuer Trend aufkommt oder eine andere Art, an die Sache heranzugehen?

Noah Leidinger

Also ich glaube, dass es in den nächsten Jahren vor allem durch KI einen großen Shift geben wird, dass Content Creation selber immer einfacher wird. Das heißt, es wird massenhaft Inhalte geben. Man sieht heute auch schon, finde ich, sehr stark auf LinkedIn z.B., dass so eine Flut an Beiträgen kommt, und auch oft, wo man denkt, okay, ganz so relevant sind die Inhalte jetzt vielleicht nicht, die da gepostet werden von Leuten. Und dass einfach immer mehr Leute durch KI Zugang kriegen, auch Videos zu kreieren auf dem hohen Level oder Podcasts zu kreieren auf dem hohen Level und andere Beiträge zu kreieren. Und ich glaube, das wird zwei Effekte haben. Einmal wird's dazu führen, dass Inhalte wichtiger werden, also dass wirklich wichtig ist: Okay, was hast du zu sagen? Und früher war es so, wenn du irgendwie ein gut produziertes Video machen konntest, dann war alleine das der mediale Edge. Dann konntest du damit Reichweite kriegen, selbst wenn dein Inhalt jetzt nicht so gut war. Und in Zukunft wird es so sein, dass am Ende der Inhalt gewinnt. Das heißt, so inhaltlich starke Marken, wo vielleicht auch journalistische Leute sind oder Leute sich wirklich tief mit Themen auseinandersetzen, die werden, glaube ich, von dem Trend

00:10:33

profitieren. Und der zweite Effekt, den man haben wird, ist, dass Marken und auch so Personenmarken einfach immer wichtiger werden. Weil wenn es so eine Flut an Inhalten gibt und du gar nicht mehr filtern kannst und man auch nicht genau weiß, okay, steckt jetzt KI dahinter, wer ist jetzt wirklich hinter dem Inhalt, dann wird es am Ende dazu führen, dass die Leute sagen: Okay, ich kenne irgendwie Die Zeit, ich kenne OMR, ich kenne die und die Person als Experte in dem Bereich, und auf die fokussiere ich mich jetzt. Ich glaube, da ist jetzt auch noch Chance, Dinge aufzubauen, aber ich glaube, in 10, 20 Jahren wird's extrem schwer, noch mal so eine neue Medienmarke hochzuheben, weil Leute dich eben sofort als KI abstempeln und denken: Nee, okay, ich brauche meine trusted Medien. Und ich glaube, das ist, sonst, ich weiß nicht, wie man sonst signalisieren würde, weil KI ja so gut ist mittlerweile, dass du das sonst gar nicht mehr filtern kannst. Das heißt, du brauchst eigentlich so diese Markennamen, und ich glaube, das wird ein großer Trend sein. Und der dritte Punkt, was ich gerade so bisschen sehe, ist, dass alle hart auf Video gehen. Also Spotify geht groß auf Video, will irgendwie eigene Videostrategie machen, LinkedIn pusht auch Videos mehr als andere Inhalte, und ich glaube, das wird sich irgendwann wieder zurückdrehen. Ich habe das Gefühl, dass es langsam schon bisschen eine Überladung wird, und dann gibt's ja immer so Zyklen, und wahrscheinlich wird es irgendwann dazu führen, dass Leute sagen: Okay, ich will doch wieder bisschen mehr Texte lesen oder so. Und ich glaube, das ist immer so in der [unclear], wenn man sieht, okay, ein Bereich, da gehen alle rauf, und das wird hoch gehyped, dann sich vielleicht bisschen in andere Richtung zu positionieren, ist wahrscheinlich ganz gut.

Host

Ich glaub, es ist halt einfach dieser unglaubliche TikTok-Hype-Train, auf den [unclear] versuchen drauf zu springen.

Noah Leidinger

Ja, genau. Und die Attention kannst du ja schon gut halten über Video, aber wenn dann noch mehr, noch mehr kommt, und gerade dieses [unclear], ich glaube, diese Faszination wird auch irgendwann bisschen nachlassen

00:12:04

und der Qualitätsstandard halt immer höher werden. So aus der übermäßigen Quantität wird eher wieder Qualität herausgefiltert werden.

Host

Ja, ja, ist sehr spannendes Thema, auch so, wie sich gesellschaftlich das Ganze verändert. [...] Ich sehe das eigentlich auch ziemlich kritisch.

Noah Leidinger

Ja, ich finde, ein Trend, den ich ganz positiv finde, ist so dieser Audio-Trend. Also das kriegt man so mit den Tonieboxen mit, und ich habe letzte Woche mit einem Gründer gesprochen: Es gibt so eine Zielgruppe zwischen irgendwie 8 oder 7 und 12, wo die irgendwie eigentlich noch nicht ready für ein Smartphone sind, aber schon auch aus dieser Toniebox-Welt rauswachsen. Und die bauen so ein Tool dafür, wo kein Screen oben ist, aber wo du schon dann Spotify benutzen kannst damit und schon Telefonate machen kannst. Da ist kein Screen, das ist sozusagen nur so ein Plastik-Gadget, sieht das bisschen aus. Und das finde ich einen ganz guten Trend, dass sozusagen diese Audiomedien bisschen größer werden. Und ich kann mir auch vorstellen, dass das so ein [unclear], leider nicht mehr so viel lesen, und dann gibt's Videos, aber dass vielleicht trotzdem die Audiomedien weiter wachsen, weil das auch was ist, was man in dieser schnelllebigen Welt einfach auch gut nebenbei konsumieren kann. Und deshalb glaube ich, ist das weiterhin ein Trend, der langfristig noch wachsen

00:13:34

wird.

Host

Ja, ja, okay. Dann Stichwort LinkedIn. Du hast gerade schon angesprochen, das super viel Content, der da gerade eigentlich auf einen zukommt, wenn man da in die App reingeht. Du hast jetzt selber auch eine sehr starke Personal Brand im Bereich Finanzbildung und Medien aufgebaut, wahrscheinlich mit eine der stärksten im deutschsprachigen Raum. Wie wichtig ist in deiner Meinung nach Personal Branding, vielleicht jetzt auch für, ja, Studierende, Young Professionals, die am Anfang ihrer Karriere stehen?

Noah Leidinger

Also ich sehe das bisschen so ähnlich wie mit Netzwerken. Da habe ich mich früher auch immer, wenn ich da in Österreich in dem kleinen Dorf saß und so bisschen diese YouTuber verfolgt habe und so auch bisschen in der Welt drin war, aber dann auch wieder gar nicht, habe ich mich immer gefragt: Alle reden über Netzwerken, und ich konnte irgendwie gar nicht netzwerken und hatte gar kein Netzwerk, oder über irgendwelche Mentoren und so. Und was ich dann bei OMR gelernt habe, ist, dass Netzwerken eigentlich erst so richtig sinnvoll wird und so richtig gut funktioniert, wenn man bisschen was geben kann. Also irgendwie was Spannendes zu sagen hat, irgendwelche spannenden Infos hat oder auch spannende Dinge macht, Leute miteinander vernetzen kann. Und so sehe ich es beim Personal Branding auch. Ich glaube, zum gewissen Grad nach außen zu gehen, was man macht und so, das ist auf jeden Fall sinnvoll, auch für alle, und viele Leute sind da noch zu zurückhaltend. Ich glaube, man sollte den Fokus auch wirklich darauf legen, dass man Dinge findet, wo man Mehrwert hat. Gerade wenn man jetzt sagt, okay, man ist jung, im Studium, dann würde ich halt schauen: Okay, erstmal, in welchen Bereichen kann ich vielleicht auch tief recherchieren oder mir Knowledge aufbauen und wirklich zu einem Experten werden, und das dann teilen. Und nicht, wie es viele machen, dann teilen: Okay, jetzt so sieht mein Alltag aus, oder wie kombiniert man Homeoffice

00:15:05

mit Remote-Arbeit und so, also immer dieselben Inhalte, sondern dass man da auch so bisschen seine inhaltliche Nische findet. Es kommt auch darauf zurück, was ich vorhin gesagt habe, dass es halt immer mehr Inhalte gibt und man da sich so bisschen positionieren muss. Und ich glaube, das ist bei diesen ganzen Themen, Personal Branding, Netzwerk, einfach wichtig, dass man sich klar macht: Okay, was habe ich den Leuten eigentlich zu geben? Wieso ist es spannend, sich mit mir zu unterhalten? Und nicht einfach zu denken, man muss das als Selbstzweck jetzt machen. Ich glaube, da muss man sich [unclear] machen.

Host

Ich meine, ich finde es selber unglaublich wichtig, [unclear], weil natürlich, du wirst irgendwie in eine Welt geworfen, die dich interessiert, die hochkomplex ist, wenn man jetzt von irgendwie Financial Markets spricht, und da muss man natürlich erstmal sich irgendwie Zeit nehmen und Durchblick bekommen. Und hier sind ja Finfluencer in meinen Augen ein sehr, sehr großes Thema, weil die werden natürlich immer relevanter. Du hast richtig viele Leute, die krass [unclear] im Internet, weil sie dir irgendwelche Analysen vorstellen oder irgendwelche Versprechungen. Und ich meine, auf beiden Seiten wird da teilweise mit gefährlichem Halbwissen gearbeitet, und ich sehe da Endkonsumenten schon stark bedroht, auch vor allem, wenn sie nicht das Interesse haben, sich irgendwie anderweitig die mühsame Arbeit vom wirklichen Research selber zu machen. Und ich weiß nicht, ich habe da schon so ein bisschen ein Problem mit diesem Markt dadurch. Und ich meine, meine Meinung ist schon, dass man da irgendwie einen regulatorischen Riegel vorschieben sollte, um die Leute abzusichern. Und ich würde doch gerne deine Meinung dazu hören, ob du auch der Meinung bist, dass man diesen Bereich irgendwie kontrollieren sollte, in [unclear] Hinsicht.

Noah Leidinger

Also

00:16:35

ich finde auf jeden Fall, dass man da regulatorisch stärker dagegen vorgehen muss, gerade wenn es so unseriöse Werbeversprechen sind. Es gibt ja immer noch Plattformen, die auch schon tausend Mal angeklagt wurden und tausend Mal bei Verbraucherbehörden angezeigt wurden und die mit 20% Rendite-Versprechen werben. Es gibt auch noch immer zigtausend Börsenbriefe, die irgendwie schreiben, du kriegst 30% Rendite, kriegst ein PDF zugeschickt, und kriegst du auf jeden Fall nicht 30% Rendite, obviously nicht. Und trotzdem können die damit öffentlich werben, und es wird nichts dagegen gemacht. Also das müsste man wirklich härter regulieren. Und das wundert mich auch, weil Finanzanbieter selber, die wirklich dann die Infrastruktur zur Verfügung stellen, die werden richtig hart reguliert und durchgeprüft, und die dürfen sich gar nicht bewegen, die dürfen echt teilweise absurde Dinge nicht machen. Und dann gibt's auf der anderen Seite die Contentanbieter, die ja genauso viel Einfluss haben, teilweise noch mehr Einfluss, die völlig frei sind. Also ich finde auch, das müsste man mehr regulieren. Ich sehe aber die Entwicklung nicht ganz so negativ. Ich glaube, das übersieht man auch bisschen. Erstens, wenn man in der Bubble drin ist, dann denkt man, dass es noch viel breiter gestreut ist, als es eigentlich in der breiten Masse ist. Das heißt, in der breiten Masse gibt's immer noch viele, die so Finanzinhalte gar nicht zugespielt bekommen. Und auch wenn man sich jetzt die größten Wirtschaftszeitungen, die größten Finanzkanäle anschaut, sind die von der Reichweite noch immer weit entfernt von anderen Themen. Ich glaube, das ist der erste Punkt. Und der zweite Punkt ist, dass es so unseriöse Inhalte, gerade so Börsenbriefe, schon seit Jahrzehnten gibt, und das war früher teilweise noch schlimmer, wenn es da irgendwie so Aktionärs-TV-Richtungen gab, wo dann irgendwelche Chefredakteure ihre eigenen Aktien hochgepusht haben, und dann gab es noch einen Börsenbrief dazu, und da gab's offensichtlich Betrugsfälle. Das heißt, das war früher auch schon sehr stark. Und da finde ich eigentlich Social Media sogar ganz

00:18:05

gut, weil wenn du jetzt auf Social Media bist, haben sich die Leute schon angewöhnt: Okay, ich schau mal, wie groß ist der Kanal, wie kredibel sieht das aus. Und wenn ich das jetzt im Finanzbereich schaue, dann sehen wir die größten Kanäle schon, Finanztip, Finanzfluss, die auch wirklich gute Inhalte haben. Und das war früher schwerer zu überprüfen, weil früher hast du im Zweifel einen Börsenbrief zugeschickt bekommen, random, sah aus wie ein Experte, irgendein Typ im Anzug, und dann dachte ich, okay, das wird schon stimmen, was der sagt. Und ich glaube, diese Transparenz ist sogar besser geworden. Trotzdem müsste man es noch mehr regulieren.

Host

Ja, ich glaube halt, vor allem junge Leute lassen sich halt von so hohen Versprechungen, glaube ich, sehr, sehr schnell locken, und auf einmal kommt dann irgendwie ein Freund an und will irgendwie ein Paket von der Lebensversicherung verkaufen oder so. Deswegen ist das einfach eine Sache, die ich mit ein bisschen Vorsicht genießen möchte.

Noah Leidinger

Absolut. Also auch, ich glaube, gerade junge Leute sind dann auch sehr anfällig für diese Angebote, wo man irgendwie beim Finanzanbieter schnell Karriere machen kann, oder wenn du das Produkt verkaufst, kriegst du 150 €. Ist dann vielleicht im Vergleich zum Vertragsvolumen unendlich wenig, aber gerade ein junger Mensch denkt halt: Okay, ich kann da kurz Kohle machen. Das ist schon ein Risiko, und das muss auch härter reguliert werden. Aber das wundert mich auch, dass es nicht passiert.

Host

Ja, ja, ich glaube, es ist halt auch einfach ein strukturelles Problem bei uns jetzt in Deutschland. [...] Und wenn ich jetzt zurückblicke auf meine Schulzeit, so das Thema Märkte, Börse, Finanzbildung, das wird in keinem Fach auch nur angeschnitten. Also klar, Wirtschaft, aber da hat man eigentlich so die VWL-Grundlagen gelernt. Aber so das, was mich persönlich

00:19:35

jetzt wirklich interessiert, das musste ich mir versuchen, selber anzueignen.

Noah Leidinger

Ja, das ist auf jeden Fall ein Missstand. Und ich glaube, das Problem ist auch, dass viele Lehrer ja dazu gar keinen Bezug haben, und dass ja auch der Karriereweg von dem Lehrer, der geht irgendwie von der Schule in die Uni zurück an die Schule. Der hatte so echte Wirtschaft auch nie gesehen. Klar gibt's dann welche, die sich mal dafür interessieren, aber der Anteil ist auf jeden Fall auch geringer als von den Leuten, die jetzt in der freien Wirtschaft arbeiten, weil die selber noch mal mehr Bezug dazu haben. Dadurch kommt das schon zu kurz. Und ich finde auch, dass gerade bei so Wirtschaftsfächern der Fokus völlig falsch gesetzt ist, auch bei großen Wirtschaftszeitungen. Es geht immer so um die volkswirtschaftlichen Metriken, dann irgendwie ein ifo-Index und BIP-Wachstum und so, und die Leute können sich nichts drunter vorstellen. Niemand weiß, was ein BIP eigentlich jetzt konkret bedeutet, trotzdem wird die ganze Zeit darüber gesprochen, und es ist einfach total langweilig, während es so spannende Inhalte geben würde, über die man auch viel mehr über die echte Wirtschaft verstehen könnte. Und ich finde auch, dass es, wenn man jetzt auf die Volkswirtschaft schaut, ja total viel Sinn machen würde, wenn Schüler ein besseres Verständnis dafür hätten, weil dann wüssten sie auch: Okay, vielleicht in die Branche sollte ich eher nicht gehen, aber dafür in diese Zukunftsbranche sollte ich gehen, weil da ist gerade mega viel Potenzial, da gehen gerade die Aktien durch die Decke in der Branche. Und dann hätten wir auch so ein Fachkräfteproblem, das würde sich selber über diese Marktdynamik noch mal bisschen besser lösen, als wenn die Leute davon einfach gar keine Ahnung haben. Und ich finde eigentlich immer, dass man Mathe und Wirtschaft am besten kombinieren könnte, weil du kannst eigentlich alle Dinge, die du in Mathe lernst, mit wirtschaftlichen Themen erklären. Also bis zu den höchsten Stufen rauf wird auch Finanzmathematik sehr komplex, und dann hätte das immer so ein bisschen Praxisbezug, während jetzt regen sich die Leute bei Mathe auf, sagen, kein Praxisbezug, und

00:21:05

Wirtschaft ist irgendwie auch so random und geht nicht tief genug. Und dann hätte man so ein tiefes Kombofach. Aber bis das eingeführt wird, wird's noch Jahre dauern.

Host

Aber da muss ich auf jeden Fall zustimmen, weil ich habe kein klassisches Abitur gemacht, ich habe IB gemacht, falls das dir was sagt, ein internationaler Schulabschluss. Und da ist Wirtschaft schon mehr so eine Kombination aus BWL und VWL, und da wird auch gut Mathe mit eingearbeitet. Und ich persönlich bin jetzt wirklich kein Mathe-Freak. Mathe ist mir in der Schule eher schwer gefallen, und dadurch, dass es dann aber mit einem wirtschaftlichen Kontext an mich rangebracht wurde, habe ich irgendwie viel mehr Spaß daran gehabt und konnte auch viel, viel besser mit den Themen arbeiten.

Noah Leidinger

Und wo kann man diesen Abschluss machen? Also ist das normal an einer deutschen Schule, oder wie läuft das?

Host

Also ich war auf dem Internat im Ausland dafür, für die Oberstufe. Aber das ist der [unclear], ich glaube, den gibt's schon seit 50 oder 60 Jahren, und der wurde in der Schweiz ins Leben gerufen, ursprünglich für Diplomatenkinder, weil die ja [unclear] Schulsystem. Aber das kann man, glaub ich, mittlerweile in fast jedem Land der Welt einfach machen.

Noah Leidinger

Krass.

Host

Ja, ja. Also an jeden aus dem Kultusministerium, der jetzt zuhört: den Lehrplan für die nächsten Jahre überarbeiten. Ja, wir haben ja gerade schon über Regulatorik von Finfluencern gesprochen, und selbst jetzt einen Artikel über so den Aufstieg der Neobroker und auch die dazugehörige Regulierung veröffentlicht. Jetzt bist du vielleicht durch deinen Job da so ein bisschen biased,

00:22:36

aber du hast gerade schon angeschnitten: Wie siehst du da so diese Liberalisierung des Retail-Investments, und glaubst du, das ist stark genug reguliert, oder wie stehst du dazu?

Noah Leidinger

Also ich glaube, wie gesagt, die Infrastruktur, die ist schon relativ streng reguliert. Sicherlich bei diesen ganzen Zertifikateprodukten und so, dann gibt's ja auch wieder shady Anbieter, so CFDs, und da wird dann aber auch doch mit Renditeversprechen geworben, wo es ohnehin eher schon so bisschen in shady Richtung geht. Ich glaube, jetzt auf den größeren bekannten Plattformen sehe ich da wenig Missstände. Ist auch noch mal in anderen Märkten anders. In USA z.B. so ein Robinhood ist ja sehr viel mehr noch mal auf Zocker zentriert. Aber ich glaube, wenn man sich jetzt so bei den großen Neobrokern noch anguckt, womit handeln die Leute, dann sind schon auch viel so echt so ETF-Sparpläne und solidere Aktien. Das heißt, ich glaube, da gibt's nicht so viel Missstand. Aber ich würde immer, wenn es Richtung strukturierte Finanzprodukte geht, würde ich auch eher noch mal mehr regulieren. Aber ich glaube, am Ende gibt's da nicht so viel Missstand. Ich glaube, es ist eher echt bei der Informationsbeschaffung, wo da noch mehr und härter durchgegriffen werden muss. Weil am Ende, bevor die Leute handeln, informieren sie sich auch irgendwo. Und wenn das sauber reguliert ist, da muss man auch den Leuten den Zugang nicht versperren. Und wenn jemand sagt, okay, ich will jetzt mit 5% von meinem Vermögen darum zocken, ist ja auch okay, aber es muss halt irgendwie das Wissen da sein, wie man das macht.

Host

Ja, auf jeden Fall. Also Thema Wissen super wichtig. Und ich meine, wenn man jetzt sich die Fintech-Branche mit Neobrokern so ein bisschen anguckt, ist ja Gamification ein riesiges Thema, weil, ich glaube, dadurch kannst du halt natürlich auch die Aufmerksamkeit

00:24:06

von den Leuten an dich binden und irgendwie ranlocken, und es gibt dir auch ein anderes Gefühl. Also natürlich gibt's dann irgendwelche Plattformen, wo du dann auch irgendwie so eine Art Minigame hast, durch die du irgendwie einen Reward kriegst. Aber selbst wenn ich jetzt irgendwie in Scalable reingehe, finde ich, kriege ich schon ein bisschen den Vibe, als würdest du ein kleines Computerspiel spielen manchmal. Und ich weiß nicht, wie siehst du das? Weil natürlich ist das jetzt nicht da, um vom Thema Börse abzulenken, sondern eher irgendwie die Consumer Experience zu verbessern, aber ich finde, man sollte trotzdem irgendwie noch zwischen Börse und Spiel differenzieren.

Noah Leidinger

Ja, das auf jeden Fall. Aber so ein konkretes Beispiel, wo du meinst, das so Gamification-mäßig, wo dir das denn den Vibe geben würde?

Host

Also wenn ich, ich persönlich benutze Scalable, mit anderen Brokern kenne ich mich jetzt nicht so gut aus, aber einfach, wie das aufgebaut ist, von den Farben her, und auch wenn man sich die verschiedenen Graphen anschaut und dann sieht, wie irgendwie was klettert, und dann kriegst du diese Pfeile und dann die verschiedenen Farben, wenn du irgendwie grün oder rot hast. Und dann, ich finde, es gibt irgendwie schon so ein bisschen wie so ein Spiel, wo du versuchst zu leveln auch.

Noah Leidinger

Ja, also ich glaube, das ist halt so bisschen die Crux an der Börse, oder was ich auch an der Börse generell nicht so schätze, ist, dass man halt immer dieses kurzfristige Thema hat, ne? Aber das hast du am Ende bei allen Brokern, bei allen Plattformen, dass halt der Fokus, wenn du jetzt auf den Chart schaust, auf der kurzfristigen Bewegung ist oder auf der Historie vom Aktienkurs, und es geht erstmal nur um Rendite. Und es ist, glaube ich, auch trotzdem schwer, das am Ende anders darzustellen. Ich glaube, das ist für die Plattform gar nicht so einfach. Ich glaube, das geht dann wieder mehr auf die

00:25:36

Informationsbeschaffung, das Wissen: Okay, wie sich der Chart jetzt entwickelt oder was jetzt gerade kurzfristig passiert, ist gar nicht so relevant, sondern ich muss mir eher die Kennzahlen dahinter anschauen. Aber das ist sicherlich was, was man diskutieren könnte, ob man sagt, okay, man macht für gewisse Zielgruppen, oder man lässt die Leute vielleicht selber auswählen: Okay, wie sehr sollte es jetzt farblich akzentuiert sein, oder soll es eher so ein Schwarz-Weiß-Broker sein im Zweifel, und dass Leute da bisschen so selber die Hand drüber haben, wie sie das haben wollen. Das könnte man sich überlegen.

Host

Find ich sehr interessant eigentlich, ja.

Noah Leidinger

Ja, aber ich finde z.B. auch, bei uns in der Schule, das einzige Mal, wo sich mit Börse beschäftigt wurde, gab's so ein Börsenspiel. Und dann wussten auch die Lehrer bei mir, okay, der kennt sich mit Börse aus, und der wird das richtig geil finden. Und ich meine so: Ich mach da auf keinen Fall mit. Da optimieren irgendwie Schüler darauf, dass sie in drei Monaten ihr Geld maximal in die Höhe treiben, ohne dass sie irgendeine Downside haben. Es verkörpert halt komplett das falsche Börsenbild eigentlich, und ich glaube, daran müsste noch sehr viel gearbeitet werden.

Host

Ja, da haben wir auch ein gutes Beispiel zu, weil, es gibt von Bloomberg eine Bloomberg Trading Challenge, wo alle Schulen und Universitäten dran teilnehmen können, die vor Ort in der Fakultät Bloomberg-Terminals haben. [...] Und dann war natürlich auch unser Plan halt eher irgendwie, konservativ und breit gestreut unsere Investments zu legen, aber haben dann natürlich selber sehen müssen: Okay, wenn es über einen Zeitraum von irgendwie nicht mal zwei Monaten läuft, dann gucken wir dadurch halt eher irgendwie dumm in die Röhre.

Noah Leidinger

Ja, ja.

Host 00:27:06

Vor allem halt jetzt mit der US-Wahl, da hast du dann das Team, das sich dann DJT oder so ins Portfolio geholt hat, hat natürlich besser performt als wir, die keine Ahnung, irgendwie breit gestreut haben in, ja, Öl oder irgendwie Rohstoffe oder so, oder [unclear]. Ich meine, es ist halt bisschen, ich weiß, es ist halt gefährlich irgendwie, weil das irgendwie so einen Anreiz kreiert, dass du in unmoralische oder high-risk Sachen, [unclear], einfach da halt voll reinbutterst.

Noah Leidinger

Ja, und vor allem, dass es halt null Downside gibt, ne? Also im Zweifel gewinnst du halt, oder du gewinnst eh nicht, und dann ist auch egal, ob du alles verlierst. Also eigentlich musst du ja volles Risiko gehen, und das verkörpert halt total das Falsche. Gerade dann in der Uni ist es noch mal bisschen harmlos, aber gerade in der Schule, wo die Leute gar keine Ahnung haben, und dann ist das so der erste Touchpoint, wo es dann auch noch einen Preis gibt, oft, der nicht unrelevant ist, wo es mega geil ist, und dann noch von irgendeiner Bank angeboten, wo die Tradingkosten so [unclear] hoch sind, dass du auf jeden Fall niemals irgendwas mit Aktien machen solltest. Das ist schon echt schlecht. Aber ja, das ist so bisschen die Crux an der Börse, und ich glaube, das kriegt man echt nur über Education hin am Ende, dass die Leute mit diesen kurzfristigen Schwankungen verstehen, wie man damit umgeht, und das so bisschen einordnen können für sich und nicht denken, okay, Scheiße. Habe ich auch bei vielen immer wieder gehört: Die haben dann irgendwie MSCI World, und dann haben sie so eine normale ETF-Strategie, und dann sehen sie gleichzeitig, wie so ein Nvidia durch die Decke geht, und ärgern sich dann, sagen, ich hätte mal alles in Nvidia stecken sollen. Und das ist halt am Ende echt viel Education-Arbeit, dass man auch so bisschen die [unclear] der Leute in den Griff kriegt.

Host

Ja, wie siehst du das denn? [...] Und hast du da irgendeinen

00:28:36

Rat? Also würdest du trotzdem sagen, geht lieber all in auf ETFs, oder sowas wie 70/30 verfolgen? Was würdest du den Leuten raten?

Noah Leidinger

Also grundsätzlich sage ich immer zu allen, erstmal sich selbst informieren und immer nur in Dinge investieren, die man auch so versteht. Also auch bevor ich jetzt ETFs kaufen würde, würde ich mir erstmal die grundlegenden Dinge dazu anlesen und anhören. Und dann finde ich das aber jetzt aus langfristiger Altersvorsorge-Anlage-Sicht sicher mal die sinnvollste Basis, und dann kann man immer noch entscheiden, ob man irgendwie bisschen Einzelaktien dazu macht. Und ich würde gerade bei jungen Leuten, ich werde z.B. auch immer viel gefragt, wie sieht jetzt mein Portfolio aus und was habe ich da drin, und dann muss ich ehrlicherweise sagen, dass ich mir über mein Portfolio relativ wenige Gedanken mache und das auch null irgendwie jetzt strategisch total durchoptimiere. Ich habe halt ETFs, und ich habe auch Einzelaktien, aber für mich ist ein viel größerer Hebel, beruflich halt Dinge zu machen, voranzutreiben. Weil als junger Mensch hast du meistens über dein Gehalt einen viel größeren Hebel als über dein Vermögen. Wenn du anlegst und machst 1% mehr und [unclear] vielleicht 12% Rendite im Jahr, bist du ein geiler Investor, aber es bringt dir jetzt absolut gesehen wirklich nicht viel Geld. Und deshalb glaube ich, als junger Mensch sich mit Aktien zu beschäftigen, macht total Sinn, um halt wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen, Firmen zu verstehen, Branchen zu verstehen, und das kann man auch echt im Beruf dann gut anwenden, in verschiedensten Branchen, gerade wenn man jetzt im Wirtschaftsbereich ist. Aber ich glaube, jetzt das eigene Portfolio zu maximieren und zu schauen, okay, wie viel bin ich jetzt da gewichtet und da gewichtet, das macht, außer halt irgendwie relevant viel geerbt, eher wenig.

Host

Ja, okay, gut. Dann erübrigt sich eigentlich die nächste Frage, die wir vorbereitet hatten. Ich stell sie jetzt aber trotzdem, weil es mich einfach interessiert:

00:30:07

Wie siehst du so das Thema Alternative Investments für Retailer, vielleicht auch so Fokus auf Private Equity oder Private Credit? Ist ja jetzt so, die Asset Manager, die kollaborieren ja jetzt mit den PEs und legen die ganzen Fonds auf, oder vielleicht auch [unclear]. Was sagst du dazu, dass das so jetzt auch so an die breite Masse herangeführt wird?

Noah Leidinger

Also ich finde, grundsätzlich ist es eine attraktive Anlageklasse. Ich glaube, was man sich immer überlegen sollte, ist, ob das jetzt wirklich besser ist, oder ob man nicht sagt, okay, ich gucke mir Private-Equity-Firmen an der Börse an und investiere lieber in die. Also es gibt ja auch Private-Equity-Firmen an der Börse, die nicht jetzt nur Fonds auflegen, sondern auch ihr eigenes Geld investieren, z.B. so eine Lifco aus Schweden oder Constellation Software mit Softwarefirmen macht. Und am Ende hast du dann da keine Management Fee und keine Performance Fee bzw. kein Carry in der Private-Equity-Welt. Und das kann dann, glaube ich, oft sogar attraktiver sein, weil du natürlich über solche Anbieter dann noch mal höhere Gebühren drauf hast, obwohl die Gebühren im PE ohnehin schon relativ hoch sind. Und ich glaube, was man auch bedenken muss, ist, dass du halt ein großes Liquiditätspremium zahlst. Wenn du an der Börse bist, kannst du die Aktie halt immer rausziehen, solltest du nicht, aber kannst du theoretisch machen. Und in so einem PE-Fonds ist dein Geld halt mal über Jahre gebunden, und das muss man bei der Rendite schon mit einbeziehen. Aber ich find es grundsätzlich eine sinnvolle Komponente, und wenn man da irgendwie den Anbieter checkt und die Gebühren checkt und sieht, okay, das sind solide Firmen mit [unclear] Trackrecord dahinter, ist das sicher eine Variante, über die man sich Gedanken machen kann. Aber würde ich auch sagen, würde ich mir eher Gedanken machen, wenn ich schon bisschen weiter in der Karriere bin, relevantes Vermögen habe, und jetzt am Anfang vielleicht

00:31:37

mal zum Ausprobieren, um es so auszutesten, aber würde ich jetzt nicht zu viel Energie reinstecken und mir dann eher vielleicht echt die börsennotierten Firmen anschauen, wenn man da auch mehr Insights hat, die Zahlen analysieren kann, schauen, wie die das machen. Gibt's auch so viele kleinere Firmen, wo dann die CEOs relativ offen sprechen und so. Das kann dann ganz spannend sein.

Host

Ja, muss man halt dann immer irgendwie hinter dem Management stehen, ne? Wenn du dann irgendwie, weiß nicht, Triton oder so, also ich weiß nicht, sind die publicly...

Noah Leidinger

Nee, die sind nicht gelistet, und die legen ja auch Fonds auf. Also so KKR, Carlyle und so weiter, die sind publicly listed, aber da kannst du dich ja nur an der Betreibergesellschaft beteiligen. Und es gibt da welche, die investieren eigentlich nur ihre eigene Balance Sheet. Das heißt, du hast wirklich die Private-Equity-Performance in der Aktie, und das ist dann eigentlich noch mal spannender. Weil sonst haben die halt die Fee. Vor allem haben die es alle so strukturiert, auch für die Börse so strukturiert, dass der Großteil vom Carry an die Mitarbeiter geht, und dafür kriegt die Managementgesellschaft einen größeren Anteil an der Management Fee, damit die sozusagen stabile Umsätze hat und dann eine stabile Bewertung an der Börse kriegt. Aber deshalb sind da eigentlich, wenn man wirklich von dieser Performance irgendwas abhaben will, diese Gesellschaften spannender, die selbst investieren. So ein 3i gibt's z.B. auch, die an diesem Action-Supermarkt einen großen Anteil halten. Da gibt's einige Namen.

Host

Okay, cool. Um jetzt mal so ein bisschen kurz von dem Thema Markets abzuweichen: Ich meine, du bist ja, wie wir bereits aufgefasst haben vorher, einen eher unkonventionellen Karriereweg gegangen, und ich meine, es hätte ja eigentlich, von unserem Wissen her, besser nicht laufen können. Aber mich würde trotzdem interessieren: Hast du irgendeine

00:33:07

[unclear] krasse Fehlentscheidung in deinen Augen mal getroffen, oder bist irgendwie in irgendein großes Fettnäpfchen getreten, und ob du daraus auch tendenziell irgendein großes Learning gezogen hast, was dir weitergeholfen hat oder dich geprägt hat in irgendeiner Weise?

Noah Leidinger

Ja, also was man echt sagen muss: sozusagen ab Zivildienst und ab OMR lief es dann echt so sehr, sehr gut. Man muss sagen, bei den Projekten, die ich vorher gemacht habe, da war im Vergleich zu dem Effort, den ich reingesteckt habe, ich war noch sehr jung, aber trotzdem, das ist echt meine komplette Zeit einfach reingeflossen, da ist fast gar nichts rausgekommen. Ich habe dann mal so ein 500-seitiges Aktienlexikon geschrieben, 500 Seiten geschrieben, alle Begriffe recherchiert und so, und da wurde nie was draus, weil es war auch scheiße geschrieben, und ich habe mir die Sachen irgendwo zusammengesucht. Es war für mich eine coole Lernerfahrung am Ende, aber es war natürlich für den Aufwand ein total unerfolgreiches Projekt, und solche Sachen gab es viele. Und ein Fehler, den ich dann z.B. auch gemacht habe damals: Ich weiß, irgendwie Finanzfluss [unclear], und ich dachte, was, wieso will der jetzt noch starten? Es gibt Aktienkanäle, die sind alle groß genug, haben 20.000 Abonnenten, da kann man jetzt nicht noch einen Aktienkanal mit so einfachen Inhalten aufbauen. Und am Ende wurde das der größte, noch mal viel größer als alle anderen. Und ich glaube, mein Fehler war schon, dass ich damals nicht diese Chance mehr gesehen habe, dass das alles erst am Anfang ist, und da hätte man eigentlich super drauf aufspringen können und dann schon sehr früh da locker auch noch mal so einen Aktienkanal hochziehen können, der sehr, sehr groß geworden wäre, einfach dadurch, dass man schon lange dabei ist, wenn dieser ganze Trend nach oben schwappt. Das war sicher so ein Fehler, den ich da in dieser frühen Phase gemacht hab. Und was auch so mein Hauptlearning war, eigentlich gerade bei diesen Social-Media-Themen und Medienthemen: Das wirkt oft so, wenn man drin steckt, dass alle das schon machen und es total verbreitet

00:34:37

ist und eigentlich alle Chancen schon so bisschen weggenommen wurden. Aber oft halten sich solche Trends dann doch deutlich, deutlich länger, als man denken würde. Und deshalb, wenn man irgendwie denkt, okay, man hat ein cooles Format, ein cooles Thema, würde ich auch heute noch sagen, es gibt sicher noch Chancen, wo man irgendwie sich reinentwickeln kann. Und das war so mein Hauptfehler.

Host

Okay. Also ich meine, hier kurz Werbung in eigener Sache: Wir haben nämlich absolut heute Morgen auch unseren ersten kleinen Guide herausgebracht, der einen so bisschen in die Börsenwelt reinführt, und den könnt ihr euch gerne auf unserem LinkedIn-Profil runterladen. Aber ich meine, noch um kurz auf das, was du gesagt hast, zurückzukommen: Ich meine, was mein Eindruck ist, ja auch, ich meine, nur wenn man das Gefühl hat, dass irgendwie der Kuchen schon recht groß ist, heißt das ja eigentlich nicht, dass es trotzdem keine Stücke mehr gibt, oder?

Noah Leidinger

Absolut. Und ich glaube, gerade in Deutschland oder in Europa, wenn man das jetzt mit USA vergleicht, dann kann halt diese ganze [unclear] noch so viel größer werden. Und ich glaube, deshalb sollte auch dieser Kuchen an Leuten, die sich irgendwie für Aktien interessieren und für Wirtschaft interessieren, nächste Jahre noch stark wachsen. Und es gibt ja auch Anbieter, die irgendwie sozusagen Marktanteile haben, oder gerade diese alten Anbieter, die so Aktieninhalte machen, wo man schon sagen kann, das ist jetzt oft qualitativ nicht so stark, und da kann man eigentlich mit coolen Inhalten noch mal Anteile gewinnen. Ich glaube, man muss nur, gerade wenn man jetzt neu startet, irgendwie einen Fokus finden, wo man sagt, okay, das ist jetzt erstmal die Nische, aus der man dann weiter wachsen kann.

Host

Ja, ja, wahrscheinlich auch genau das Schwierige, also so eine Nische zu finden und gleichzeitig aber auch genug Content irgendwie zu finden, ist ziemlich schwierig. Also da sind wir

00:36:07

auch so ein bisschen am Strugglen, würde ich sagen. Weil wenn wir jetzt die nächsten Podcasts aufnehmen, irgendwann ist ja dieses Thema Märkte und Finanzen, klar kann man irgendwie immer am Zahn der Zeit bleiben, aber irgendwann hast du ja die Themen aufgebraucht, würde ich sagen. Wie macht ihr das? Also wie produziert ihr immer mehr Content?

Noah Leidinger

Also ich glaube, bei uns ist das Gute, dass wir uns so stark einzelne Firmen und Geschäftsmodelle, Märkte angucken, dass du da nie die ganze Bandbreite abdecken kannst. Und du findest immer noch Firmen, die irgendwie ein mega gutes Geschäftsmodell haben, sehr gutes Management, von denen noch nie jemand gehört hat, in einer spannenden Branche. Und das findet man auch nach über 1000 Folgen Aktienpodcast noch, und ich glaube, da ist einfach die Aktienwelt sehr, sehr ausgiebig. Oder wenn man jetzt bei anderen OMR-Produkten schaut, der OMR Podcast, der irgendwie Unternehmer- und Erfolgsgeschichten erzählt, da gibt's halt auch tausende Unternehmer, die irgendwie krasse Sachen bauen, teilweise total unterm Radar fliegen, und wo du auch über Jahre Content hast. Und ich glaube, da muss man dann irgendwo sich einordnen. Ich glaube tatsächlich, wenn man sagt, man will jetzt irgendwie Basics klären, also wie funktioniert ein ETF-Investment, wie funktioniert ein Aktieninvestment, dann hat man sicher irgendwann alle Inhalte erzählt. Aber wenn man sagt, man fokussiert sich mehr auf Geschichten oder auf einzelne Dynamiken, auf einzelne Geschäftsmodelle, dann ist, glaube ich, unbegrenzt, was man erzählen kann. Das finde ich persönlich auch am spannendsten, muss ich sagen.

Host

Du hast ja da ein Beispiel, was du immer ganz gerne nennst, diese Supermarktkette in Polen, Dino, meine ich. Wie kommt man da drauf? Es ist ja total random jetzt für den Laien. Wie kommst du auf solche Cases?

Noah Leidinger

Also oft

00:37:37

ist es tatsächlich auch andere Podcasts oder Ressourcen, denen ich folge. Z.B. das kam aus einem Business Breakdowns Podcast, auch so ein cooler Podcast in USA. Dann höre ich viele Acquired Podcasts, Invest Like the Best, also 1000 andere Formate, wo dann so Dinge kommen. Dann viel über so Financial Times, Wall Street Journal, Bloomberg, wenn man da so Artikel liest, und teilweise auch über andere Themen, und dann wird mal so ein Name erwähnt. Z.B. jetzt war das Thema mit diesen Unterseekabeln, die beschädigt wurden, und dann guckt man mal: Okay, wer baut eigentlich so Unterseekabel? Und dann kommen irgendwie so drei Weltmarktführer raus, die auch alle an der Börse sind. Das heißt, wenn man irgendwas liest, mal dahinter schauen: Okay, welche Firma steckt eigentlich dahinter? Und das hat sich bei mir über die letzten 10 Jahre sehr instinktiv aufgebaut, dass immer, wenn ich irgendwo unterwegs bin oder irgendwas sehe, irgendwie ein Stuhl, der mir gefällt, dann gucke ich immer: Okay, welche Firma ist das, und wem gehört die Firma, und wo ist die an der Börse notiert, oder wer steckt vielleicht als Gesellschafter dahinter? Und so findet man dann eigentlich auch, wenn man draußen rumgeht, extrem viele Firmen, die gar nicht so bekannt sind. Oder auch jetzt hier, wo dieses neue Podcast-Studio gebaut wurde, wo wir aufnehmen,

Host

Vielen Dank.

Noah Leidinger

habe ich auch erstmal alle Podcast-Namen irgendwie, die auf den Geräten oben stehen, gegoogelt, ob die irgendwie börsennotiert sind oder zu Firmen gehören. Und so kommt man auf diese Themen. Oder auch, wenn man irgendwie beim Zahnarzt ist oder beim Arzt ist, dann steht da Siemens Healthineers auf dem Gerät, und dann ist noch irgendwie ein Mitsubishi-Gerät, und da guckt man sich die Sachen so an. Das heißt, so bisschen mit offenen Augen durch die Welt laufen, ist so der Hauptkanal.

Host

Ich meine, für die Leute, die es nicht wissen: Du hast vor der Zeit [unclear] eine wirklich umfangreiche Webseite gebaut, wo du zig Firmenanalysen veröffentlicht

00:39:07

hast, und die hast du auch bei deiner Bewerbung hier bei OMR eingereicht. Und war das dann auch die Herangehensweise, wie du dir diesen Skill für dieses Equity Research so angeeignet hast, oder wie lief das?

Noah Leidinger

Ja, genau, das war echt so: einfach machen. Und dann habe ich mir irgendwann die Challenge gesetzt, irgendwann mal jeden Tag eine Firma anschauen, dann mal einmal die Woche so eine längere Analyse machen. Und dann halt echt, da ist damals meine komplette Zeit einfach reingeflossen. Also ich bin von der Schule nach Hause gekommen und habe nur das gemacht, den ganzen Tag. Und dann hast du natürlich echt mal so 500 Firmen, und selbst das geht dann so weit, dass du dich ja gar nicht mehr erinnern kannst, welche Firmen da mal drin waren oder ob du die angeschaut hast. Und wenn ich das jetzt mal durchgehe, denke ich mir, okay, von der Firma noch nie gehört, die da drin steht. Waren damals eher so noch ganz kleine Namen, die mich irgendwie interessiert haben. Und da habe ich auch z.B. viele einfach so Aktienscreener angeworfen, paar Kennzahlen eingestellt, so und so groß, so und so viel Marge, und dann einfach die Firmen der Reihe nach durchgeguckt. Und so lernt man das dann auch. Aber ich habe es auch, so haben wir es auch im Buch geschrieben: Aktienanalyse ist echt so ein bisschen Handwerk. Also es gibt natürlich wissenschaftliche Herangehensweisen, und du kannst Discounted-Cashflow-Modelle rechnen und dir ganz viele Dinge angucken, aber am Ende musst du auch auf die Dauer so ein Bauchgefühl entwickeln. Und das ist bei Startup-Investments am Ende auch dasselbe. Du musst irgendwie so ein Gefühl für Geschäftsmodelle haben, für Menschen haben und das so bisschen einschätzen können, und das kommt nur über Erfahrung. Aber man kann halt diese Erfahrung auch abseits vom Job schon mal sammeln, indem man sich eben mit Börsen so auseinandersetzt, und das ist halt ein großer Vorteil.

Host

Ja, wenn ihr jetzt so eine Aktienanalyse macht und die dann vielleicht auch im Podcast nicht wirklich bewerbt,

00:40:38

aber irgendwie vorstellt, ihr seid, ich weiß nicht, könnt ihr beziffern, wie viele Zuhörer ihr täglich habt?

Noah Leidinger

So an die 50.000.

Host

Ja, gut, das ist natürlich schon eine Menge. Das heißt, ihr habt ja auch irgendwie eine riesen Verantwortung. Ihr habt zwar diesen Disclaimer am Anfang des Podcasts, und rechtlich könnt ihr die [unclear] dann so ein bisschen von euch wegweisen, aber wie stellst du sicher, dass eure Analysen so genau wie möglich für eure Zuhörer sind?

Noah Leidinger

Also ich glaube, was wir auf jeden Fall immer versuchen, ist, dass wir, und da beschweren sich auch viele, dass wir halt nie jetzt irgendwie sagen, du sollst jetzt die Aktie kaufen oder verkaufen. Das wollen wir auch gar nicht, weil am Ende auch ja viel individuelle Einschätzung dabei ist, ob man jetzt einen Markt gut oder schlecht findet oder man an das glaubt oder an das glaubt. Und dass wir dann schon versuchen aufzuzeigen: Okay, das und das sind die Risiken bei dem Case, und da ist irgendwie viel Wachstumspotenzial, aber auch hohe Schulden, oder die Margen sind halt extrem niedrig, obwohl der Markt eigentlich spannend wäre. Und das versuchen wir dann immer so einzuordnen. Und ich glaube, das ist so das Hauptding, was man eigentlich machen kann: den Leuten alles in die Hand zu geben und sagen, okay, das und das sind die Faktoren. Oder dann auch zu sagen: Okay, wir beleuchten jetzt mal nur den Aspekt, und sagen jetzt mal, jetzt geht's nur ums Geschäftsmodell, aber nicht um die Bewertung, und die kann trotzdem zu teuer sein. Und dass man das immer so bisschen einordnet, ist, glaube ich, wichtig, weil das auch was ist, was gerade Leute, die jetzt neu dabei sind, nicht verstehen. Wenn die irgendwie von einem spannenden Markt hören, Zukunftsmarkt, oder ein spannendes Geschäftsmodell sehen, dann denken die sofort, okay, ich kaufe jetzt die Aktie, weil daran glaube ich in Zukunft. Aber sie denken nicht daran, dass die Aktie vielleicht schon entsprechend teuer ist. Und das ist so ein Fehler, an dem man immer wieder arbeiten muss und auch immer wieder rangehen

00:42:08

muss, dass halt, nur weil irgendwie die Branche spannend ist, nicht unbedingt die Aktien in dem Bereich auch ein gutes Investment sind.

Host

Ja, also die Verantwortung liegt sozusagen auch beim Zuhörer selber, sich dann über den Podcast hinaus mit einer Firma dann zu beschäftigen, falls man irgendwas interessant findet.

Noah Leidinger

Genau, also das soll der Use Case sein von dem Podcast, dass Leute halt, und entsprechend soll es auch formuliert sein bei uns, dass man eigentlich, klar, du kannst trotzdem irgendwie, es gibt schon Firmen, wo wir irgendwie dann kritischer sind, und du hörst schon raus, okay, das [unclear] einfach kritischer. Aber es ist hoffentlich nie so formuliert, dass Leute denken, okay, da haben sie jetzt gesagt, ich soll das konkret kaufen, jetzt auf jeden Fall, sondern: Da muss ich mich trotzdem noch mit den Risiken auseinandersetzen, und die waren trotzdem skeptisch bei der Überschuldung, und das muss ich mir noch mal anschauen, auch wenn ich die Firma spannend finde. Das ist so das Ziel.

Host

Gab's auch schon Situationen, wo ihr irgendwie das Äquivalent von dem Leserbrief bekommen habt, wo dann Leute gesagt haben: Hier, ich habe euren Podcast von dem und dem Datum gehört, und das Investment ist jetzt nicht aufgegangen? Gab's sowas schon hin und wieder?

Noah Leidinger

Obwohl, echt, also viele schreiben halt auch positiv, und dann schreibe ich immer dazu: Es war keine Empfehlung, ich hab nie gesagt, dass die Aktie irgendwie kaufenswert ist, aber cool, dass es für dich ein gutes Investment war. Es gab tatsächlich in der Geschichte nur einen sehr kritischen Anruf. Der war auch sehr random, da war auch nichts dahinter. Der hat einfach angerufen, weil ich über Visa gesprochen habe, und ich habe gesagt, da gibt's irgendwie im Kryptomarkt Entwicklungen, die für Visa [unclear]. Und dann hat er halt angerufen, meinte, ich zeig dich jetzt bei der BaFin an, weil es ist kein Risiko für Visa. Kann ich nur sagen: Ja, okay, dann musst du mich halt bei der anzeigen. Aber das war

00:43:38

das Einzige. Also die meisten können das schon gut zuordnen. Und auch wenn wir so Umfragen machen, wie lang sich Leute schon mit Börse beschäftigen, dann sind die meisten schon echt lange dabei auch. Also sind schon Leute, die sich bisschen tiefer mit den Themen auseinandersetzen.

Host

Ja, ja, ich glaube auch, wenn man den Podcast hört, dann macht das einfach auch viel mehr Sinn, wenn man schon so ein Grundwissen hat. Ansonsten ist das, glaube ich, bisschen wertlos, würde ich sagen.

Noah Leidinger

Ja, absolut. Also wir versuchen es schon so zugänglich zu machen und auch Dinge immer wieder neu zu erklären. Wir versuchen auch bewusst zu sagen, okay, es ist jetzt nicht das KGV immer, sondern eine Firma wird mit dem und dem Fachen vom Umsatz oder vom Gewinn bewertet, damit die Leute das auch so bisschen einordnen können, wenn sie jetzt nichts davon wissen. Aber klar, am Ende musst du dich schon bisschen damit auskennen, damit du das alles bisschen greifen kannst, weil es auch sehr viele Inhalte dann auf einmal sind. Aber das war für uns auch ein Grund, wieso wir dann das Buch geschrieben haben, weil wir da eben mal Zeit hatten, von Anfang an die ganzen Basics zu erklären. Und jetzt, wenn Leute sagen, ich interessiere mich irgendwie für das Thema, aber ich verstehe noch nicht alles, kann man gut sagen: Okay, lies mal das Buch durch, und dann ist hoffentlich alles greifbarer.

Host

Ich glaube, es ist einfach letztendlich ein komplett individuelles Thema, oder einfach, wie die Leute Informationen aufnehmen, aber auch, was für eine Investmentbereitschaft die Person jeweils hat. Und ich glaube, wenn man das verstanden hat, dann ist man da ja eigentlich relativ good to go, würde ich sagen, oder?

Noah Leidinger

Ja, absolut, glaube ich, echt immer sehr individuell, auch wie viel Risiko man aushält, wie man jetzt mental damit umgeht. Es gibt auch Leute, z.B., ich schau echt nicht oft in mein eigenes Portfolio und habe irgendwie diesen Drang nicht, und dann gibt's andere,

00:45:08

die schauen da jeden Tag rein und wollen am liebsten noch mal rumzocken oder alles mitnehmen und haben da so ein starkes Zocker-Gen. Und davon hängt dann auch immer so bisschen ab, was man am Ende macht.

Host

[...]

Noah Leidinger

Ja, gut, ich glaube, das ist ja normal, oder?

Host

Also, ja, ja. Vielleicht, um den Podcast so ein bisschen abzurunden, kommt jetzt dann eine Frage, die eigentlich total konträr ist zu dem, was wir gerade besprochen haben. Wenn ich dich jetzt on the spot fragen müsste, vielleicht welche fünf Einzeltitel von jetzt an year to year die beste Performance haben würden, hättest du irgendeine Idee? Und ich meine, zur Not, wir haben auch [unclear] natürlich.

Noah Leidinger

Also ich glaube, wenn ich auf so kurzfristige Entwicklungen schaue, dann will ich immer anschauen, was sind kurzfristig die stärksten Treiber, und kurzfristig einer der stärksten, auch wissenschaftlich überlegten Treiber ist einfach Momentum. Das heißt, ich würde dann sehr stark auf Aktien gehen, die jetzt schon sich gerade gut entwickeln, die viel Momentum haben, und wo es vielleicht in der Branche auch noch Entwicklungen gibt, wo es so weitergehen könnte. Ich sag gleich noch was anderes dazu. Aber es werden z.B. so [unclear] jetzt im Podcast brasilianische Fleischaktien. Da sehen wir so gerade, die Mais- und Sojapreise sinken, deshalb sind die enorm profitabel. Jetzt können sie alle Schulden abbauen, fangen an zu investieren, die Nachfrage nach Fleisch steigt weiter, und wenn das so anhält, dann kann es sein, dass die Aktien noch weiter steigen. Solche Bereiche kann man sich dann kurzfristig anschauen. Gleichzeitig ist, oder anderes Beispiel, Auto1, Gebrauchtwagenhändler. Die haben halt ein ziemlich schlechtes

00:46:38

Margenprofil, aber gerade werden die Margen bisschen besser, und wenn das anhält, wird die Aktie wahrscheinlich auch weiter steigen. Gleichzeitig ist aber so, das sind Aktien, die ich mir nie langfristig ins Depot legen würde, weil halt die Geschäftsmodelle an sich nicht so attraktiv sind. Also irgendwie ein Auto1 mit einer 12% Bruttomarge, von der sie dann alle Kosten decken müssen, das ist einfach immer ein enorm eng gestricktes Modell, wenn der Wettbewerb reinkommt. Und bei diesen Fleischaktien ist es einfach enorm zyklisch. Wenn da die Lebensmittelpreise wieder steigen oder die Sojapreise steigen, ist das Geschäft sofort deutlich unprofitabler, und es wird immer eine sehr zyklische Aktie sein. Ist jetzt auch einfach eine Commodity und kein wirklich großer Burggraben, der da ist bei diesen Firmen. Und das heißt, die Aktien, wo man irgendwie kurzfristig drauf wetten würde, das sind irgendwie bei mir auch selten die, wo ich sagen würde, okay, das sind auch die, wo ich langfristig mein Geld reinlegen würde. Weil bei den langfristigen ist es oft so, dass das halt dann die eher stabilen und langweiligen Firmen sind. Die sind dann nie besonders günstig bewertet, haben auch dann nie so dieses Tenbagger-Potenzial, aber sind dafür langfristig die besseren Investments und die spannenderen Geschäftsmodelle.

Host

Sehr, sehr diplomatische Antwort, aber ja, macht auf jeden Fall Sinn, würde ich sagen.

Noah Leidinger

Ja, ja, die Leute ja nicht zu irgendwas verleiten, was...

Host

Nein, auf keinen Fall. Gut, ja, dann würde ich sagen, haben wir, glaube ich, die interessantesten Themen abgefrühstückt. An der Stelle noch mal vielen Dank, dass das so möglich war. Ja, das ist wirklich sehr toll, dass wir hier mit dir aufnehmen konnten, auch in diesem wunderschönen Studio aufnehmen

00:48:08

konnten. Das muss man auch mal erwähnen.

Noah Leidinger

Ja, ja, vielen Dank fürs Vorbeikommen. Das Lob fürs Studio muss ich weitergeben an die Kollegen. Der Tisch hier wurde sogar von dem Kollegen selber gebaut.

Host

Wow, okay. Das ist so ein bisschen [unclear] Tisch, für alle, die zuhören, kann man sich jetzt sehr viel drunter vorstellen. Wir werden auf jeden Fall, wenn wir den LinkedIn-Post machen, ein Foto vom Studio anhängen, und dann kann man sich das bisschen besser vorstellen.

Ja, ja, dann würde ich sagen, freuen wir uns, wenn ihr bei der nächsten Folge wieder einschaltet. Dir weiter Erfolg, viel Erfolg mit deinem Podcast, mit dem Startup-Vertical.

Noah Leidinger

Vielen Dank. Abonnieren nicht vergessen, an alle Podcast-Zuhörer, auf LinkedIn folgen, vielleicht gibt's noch einen Newsletter dazu, und dann müsst ihr auf allen Kanälen folgen und ordentlich promoten. Gerade am Anfang immer wichtig beim Podcast, dass die Leute selber teilen und weitertragen, da kriegt man so die erste Traction. Euch vielen Dank fürs Vorbeikommen, und vielleicht machen wir mal in [unclear] noch mal ein Update, wenn der Podcast...

Host

Genau, ein schöner Plan.

Ja, wunderbar. Ja, danke schön. Cool, perfekt. Ciao, ciao, ciao.